Die neue 45. BImSchV
Was Unternehmen jetzt zur neuen 45. BImSchV wissen müssen
Neue Anforderungen an Umweltmanagement & Umweltleistungswerte
(Basierend auf Referentenentwurf BMUV)
Kurzüberblick
Mit der geplanten 45. BImSchV (IE-Management-Verordnung) kommen auf viele Unternehmen deutlich verschärfte Anforderungen zu:
- Verpflichtendes Umweltmanagementsystem (UMS)
- Erhöhte Anforderungen an Dokumentation und Organisation
- Konkrete Umweltleistungswerte im Fokus
Frist: spätestens 1. Juli 2030
Hintergrund & Ziel
Warum gibt es eine neue Verordnung?
- Umsetzung der novellierten EU-Industrieemissionsrichtlinie (IED)
- Anpassungsbedarf im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
- Einführung einer eigenständigen IE-Management-Verordnung
Ziel: Sicherstellung einer einheitlichen und fristgerechten Umsetzung europäischen Umweltrechts in Deutschland.
Anwendungsbereich
Die Verordnung betrifft insbesondere:
- Genehmigungspflichtige Anlagen nach 4. BImSchV
- Bestimmte zulassungspflichtige Deponien
- Gewinnungs- und Aufbereitungsbetriebe nach § 57f BBergG
Ausnahmen:
- Deponien für Inertabfälle
- Deponien mit: < 10 t/Tag, < 25.000 t Gesamtkapazität
Neue Kernpflicht
Einführung eines Umweltmanagementsystems (UMS)
✅ Verpflichtend
✅ Umsetzung bis 01.07.2030
✅ Bei Neuanlagen: vor Inbetriebnahme
Wichtig:
Ein bestehendes UMS (z. B. nach ISO 14001) kann genutzt werden – sofern alle Anforderungen anlagenbezogen erfüllt sind.
Bedeutung für die Praxis
Was heißt das konkret für Unternehmen?
1. Aufbau oder Anpassung des Umweltmanagements
- Einführung strukturierter Prozesse
- Klare Verantwortlichkeiten
- Systematische Risiko- und Auswirkungsbewertung
2. Deutlich mehr Dokumentation
- Nachweisführung wird zentral
- Prüf- und Auditfähigkeit entscheidend
3. Fokus auf Umweltleistung
- Nicht nur Organisation zählt – sondern messbare Ergebnisse
- Kontinuierliche Verbesserung wird verpflichtend
Fazit
Die neue 45. BImSchV bringt einen echten Paradigmenwechsel:
→Von „Compliance auf dem Papier“ hin zu messbarer Umweltleistung
Unternehmen sollten frühzeitig handeln, denn:
- Der Aufbau eines UMS braucht Zeit
- Strukturen müssen etabliert und gelebt werden
- Datenbasis und Kennzahlen müssen aufgebaut werden
