Neue ISO 50001: 2018 in Kraft

Am 21. August 2018 ist die internationale Fassung der neuen Norm ISO 50001 (für Energiemanagementsysteme) erschienen und ersetzt die ISO 50001:2011. Die Version 2011 wird drei Jahre nach der Veröffentlichung der neuen Fassung ihre Gültigkeit verlieren. Wie bereits bei der ISO 14001:2015, ISO 9001:2015 und der ISO 45001:2018 ist die neue ISO 50001:2018 ebenfalls gemäß „High Level Structure (HLS)“ gegliedert und erleichtert somit den Nutzern die Integration des Energiemanagements in ihr betriebliches Managementsystem. 

Änderungen der Energie- und Stromsteuerverordnung (EnergieStV, StromStV)

Im Jahr 2017 wurden das Energie- und das Stromsteuergesetz geändert. Deshalb war auch eine Anpassung der Energie- sowie Stromsteuerverordnung (EnergieStV, StromStV) notwendig.  Zum 1. Januar 2018 wurde der energiewirtschaftliche Begriff der Kundenanlage in das Stromsteuerrecht übernommen. Wer Strom an Dritte auf seinem Betriebsgelände liefert (ohne eigene Stromerzeugung) gilt nun als Betreiber der Kundenanlage als Letztverbraucher und nicht als Versorger. Produziert der Betreiber der Kundenanlage jedoch auf dem Betriebsgelände Strom und liefert diesen an Dritte auf dem Betriebsgelände, so ist er in Bezug auf die eigenerzeugte Menge als Versorger eingestuft. Weiterhin müssen Unternehmen auf Rechnungen gegenüber gewerblichen Letztverbrauchern die mehr als 10 Megawatt Strom beziehen die Steuerbegünstigungen nach § 9 Stromsteuergesetz (StromStG) gesondert ausweisen. Eine Nichteinhaltung ist als Ordnungswidrigkeit unter anderem nach § 20 Nr. 4a StromStV eingestuft.

Fristenregelung 2018

Qualitätsmanagement 9001, Umweltmanagement 14001, EMAS

Für Unternehmen mit einem Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015 beziehungsweise Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001:2015/EMAS gelten 2018 besondere Fristen. Ab 15. März durchzuführende Audits (auch Rezertifizierungen) müssen nach den Anforderungen der neuen Normen erfolgen. Wer bis dahin ein Audit nach „alter“ Norm durchgeführt hat muss bis Ende der endgültigen Übergangsphase der Umstellung am 15.09.2018 ein zusätzliches Audit (Transition) durchführen. Für EMAS Validierungen nach „alter“ Verordnung sind Fristverlängerungen von sechs Monaten nur auf Antrag und in Abstimmung mit dem Umweltgutachter möglich. Für eine Begutachtung nach dem 14.03.2018 gelten auch hier grundsätzlich die Anforderungen der neuen EMAS Novelle 2017.

DIN EN ISO 50003 und 50006 in Kraft

Mit der neuen ISO 50003 und 50006 gibt es für Unternehmen mit einem zertifizierten Energiemanagementsystem nach ISO 50001 seit Oktober 2017 neue Anforderungen. Solche Unternehmen sind nun verpflichtet, die kontinuierliche Verbesserung (KVP) der energiebezogenen Leistung, also die Energieeffizienz nachzuweisen. Dies gilt sowohl für das Erstaudit als auch die Rezertifizierung. Die Arbeit mit Energieleistungskennzahlen (EnPI- Energy Performance Indicator) sowie die Messung der energiebezogenen Leistung wird somit wichtiger Baustein eines erfolgreichen Energiemanagements.